Atemwegserkrankungen

Inhalations-Therapie

 

Atemwegserkrankungen der obe­ren und unteren Luftwege sind die häufigsten Ursachen für ärzt­liche Konsultationen im Bereich der Kinder- und Jugendmedizin. Besondere Bedeutung bei Kindern kommen den atopischen Erkran­kungen der Atemwege mit Asth­ma bronchiale und Rhinitis­allergica zu. In den letzten Jahren hat die Prävalenz von Asthma bronchiale trotz besserer Behandlungsmöglichkeiten deutlich zugenommen. Sie ist die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter.

Indikationen  

  • Infektanfälligkeit
  • chronische Pharyngitis und Rhinopharyngitis
  • chronische Nebenhöhlenentzündung
  • chronische Laryngitis und Laryngotracheitis
  • allergische Rhinitis
  • rezidivierende und chronische Bronchitis
  • obstruktive chronische Bronchitis
  • Asthma bronchiale
  • Bronchiektasen
  • allergische Alveolitis

Diagnostik  

  • Offene Spirometrie
  • Bodyplethysmographie
  • Spiro-Ergometrie
  • spezifische und unspezifische bronchiale Provokation
  • Allergiediagnostik (Prick und Rast)
  • Pulsoxymetrie
  • EKG und Sonografie
  • Labordiagnostik und Röntgendiagnostik (extern)

Therapieformen  

Medikamentöse Therapie 

Stufenplan der medikamentösen Therapie abgestimmt auf die individuelle Situation des Patienten unter Berücksichtigung des Lebensalters, der Compliance, der Fähigkeit zum Selbstmanagement und der Auslösesituation im Umfeld.

Inhalationstherapie 

  • Inhalation von Medikamenten mittels Treibgas-Aerosol und Pulver-Inhalation mittels Düsen-Verneblern
  • unter Ausnutzung gegebener natürlicher Ressourcen Sole-Inhalation mit 1%-iger Sole (Teilchenspektren von 0,5 bis 5 Mikron)
  • zur Behandlung der oberen Atemwege stehen Geräte mit einem Teilchenspektrum von 5-10 Mikrometern zur verfügung (Ziel ist die Befeuchtung der Atemwege, eine verbesserte Sekretolyse und Sekretomotorik)
  • Ultraschall-Druck-Vibrations-Aerosolinhalation zur Behandlung des Nasenhöhlen- und des Nasen-Rachen-Raumes
  • die Häufigkeit der Inhalation erfolgt je nach Art und Schwere des Krankheitsbildes 1 bis 4 mal täglich

Sporttherapie 

  • der sportlichen und körperlichen Rehabilitation des Kindes mit Asthma bronchiale kommt eine zentrale Bedeutung zu
  • vielfach zeigen diese Kinder körperliche Entwicklungsrückstände, schlechtere Bewegungs- und Koordinationsleistungen, geringere Ausdauer und Kraft sowie mangelnde Geschicklichkeit
  • um diese Defizite auszugleichen, ist Sport während der Rehabilitationsmaßnahme ein unabdingbarer Bestandteil der Asthma-Therapie
  • der Asthmakonditionierungssport wird unter Peak-Flow-Kontrolle durchgeführt
  • therapeutisches Schwimmen wird angeboten

Atemtherapie und Atemgymnastik 

  • krankengymnastische Übungen mit dem Ziel der Sekretlockerung, des Sekrettransportes und der Brustkorbmobilisation
  • Verbesserung der Zwerchfellfunktion
  • Vermittlung von Selbsthilfetechniken (atemerleichternde Körperstellungen, dosierte Lippenbremse, Hustentechniken)
  • Vermittlung des therapeutischen Verfahrens VRP1 Desitin zur Verbesserung der Sekretabsonderung und Entfernung (bei Bedarf)
  • Erlernen der Technik des autogenen Trainings (bei Bedarf)

Weitere physiotherapeutische Maßnahmen 

Zur Steigerung der unspezifischen Resistenz Anwendung von Hydrotherapie (ansteigende Arm- und Fußbäder, Teil- und Ganzkörpergüsse, Wechselduschen)

Entspannungstherapie 

(bei Eignung und Interesse)

  • autogenes Training
  • progressive Muskelrelaxation nach Jacobson

Psychotherapie 

Psychologische Mitbetreuung in Form von Einzel- oder Gruppenbehandlung (bei entsprechender Indikation)

Patientenschulungsprogramm 

In Übereinstimmung mit der Arbeitsgemeinschaft "Asthmaschulung im Kindes- und Jugendalter e.V." wurde ein eigenes Patientenschulungsprogramm erarbeitet (Schulungsteam aus Arzt, Psychologen, Heilpädagogen, Kinderkrankenschwester, Sozialpädagogen, Psychotherapeuten und Erzieherin)

Elternschulung und Beratung 

Angebot eines 2-tägigen Schulungsprogramms für Eltern asthmakranker Kinder am Ende der Rehabilitationsmaßnahme

Therapieziele  

  • Schaffung optimaler Behandlungsvoraussetzungen durch Aktualisierung der Diagnostik unter Berücksichtigung der Vorbefunde
  • Überprüfung und Optimierung der medikamentösen Therapie unter Berücksichti­gung des Schweregrades und in Anlehnung an den Stufenplan der medikamen­tösen Behandlung
  • Rückbildung der Krankheitssymptomatik und langfristige Stabilisierung des Krankheitsbildes und somit weniger krankheitsbedingte Ausfalltage in der Schule
  • Verbesserung von Parametern hinsichtlich der Lungenfunktion
  • Erhöhung der unspezifischen Resistenz durch konditioniernede und abhärtende Maßnahmen
  • Erlangen maximaler Selbständigkeit in der Krankheitsbewältigung
  • Verbesserung der Lebensqualität durch Förderung der physischen und psychischen Belastbarkeit, Selbstsicherheit und Selbstvertrauen
  • Optimierung der Voraussetzungen für einen günstigen Krankheitsverlauf durch verbessertes Selbstmanagement